Kirchengemeinde St.Dionys

Unsere Kirche St.Dionys

In St. Dionys heißt der Ort nach der Kirche: Bereits im Jahr 795 soll einer Legende nach Karl der Große hier die erste Kapelle gestiftet haben. Sie wurde nach dem Schutzpatron Karls benannt, dem Heiligen Dionysius, der um das Jahr 285 als Bischof von Paris während einer Christenverfolgung enthauptet wurde.
Der Legende nach geriet das Lager Karls des Großen, das er auf dem heutigen Kirchberg aufschlug, in Brand. Auf wundersame Weise blieben die Reliquien des Dionysius, die Karl auf seinen Feldzügen begleiteten, als einziges unversehrt. Daraufhin soll er also die erste Kapelle errichtet haben. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Kirche dann erweitert, es wurde an- und umgebaut, bis die Kirche 1857 wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste.


Die heutige Kirche wurde am Platz der alten Kirche im neugotischen Stil errichtet und 1860 eingeweiht. Nach der Renovierung bietet sie den Besuchern weitestgehend die ursprüngliche Gestaltung und Farbgebung dar. Bemerkenswert sind die aus der Vorgängerkirche übernommene Taufe (1608/1689), die gemalte Holzmaserung in den Füllungen von Kanzel und Emporen, die Kassettendecke und der auffällige Altarhintergrund. Die romantische Furtwänglerorgel wurde durch die Orgelbaufirma Amadeus Junker (Meinersen) originaltreu rekonstruiert.

Die St. Dionysiuskirche ist täglich von April bis Oktober bis 19:00 Uhr für Besucher und zur stillen Andacht geöffnet.





Unsere Furtwängler-Orgel

Die historische Orgel in St. Dionys kann auf eine sehr bewegte Geschichte zurückblicken.

Seit ihrer Stiftung 1862 durch König Georg V ist sie mehrfach zerstört und bis zur – vor allem klanglichen – Unkenntlichkeit verändert worden: 1894 brach bei einem Sturm eine Fiale durch das Dach und zerstörte Teile der Orgel. 1917 wurde das Material von Orgelpfeifen für Kriegszwecke benötigt und so musste auch die St. Dionyser Orgel Pfeifen lassen, ebenso im 2. Weltkrieg. Nach 1945 verschwanden während der Besatzungszeit weitere Pfeifen. In den 60er Jahren wurde versucht, die Orgel wieder zum Klingen zu bringen, aber die minderwertigen und nicht zum Originalinstrument passenden Teile  sorgten für ein eher zweifelhaftes klanglich-musikalisches Vergnügen. Der ursprüngliche Stil der romantischen Furtwängler Orgel war nicht mehr erkennbar.

Und so stand die Gemeinde vor der Entscheidung, die Orgel ganz stillzulegen oder aber zu restaurieren und damit weitgehend in ihren Originalzustand zurückzuversetzen. Man entschied sich für die Restauration. Und das Ergebnis – 1999 war die Rekonstruktion beendet - konnte sich durchaus hören lassen. Die romantische Orgel erklang wieder in den Klangidealen ihrer Erbauer mit warmen, weichen Registern, die durchaus zur Dramatik fähig sind und so die Musik ihrer Zeit besonders gut umsetzen können.

Doch die Orgel sollte nicht lange Ruhe haben. Nicht einmal 10 Jahre später wurde die Orgel großflächig vom Schimmelpilz befallen und musste erneut komplett ausgebaut und gereinigt werden.

Dabei wurden einige Kleinigkeiten gerichtet: so wurde zum Beispiel der Winddruck auf die im 19. Jahrhundert gängige Stärke reduziert und damit das manchmal auftretende Überblasen der Pfeifen abgestellt.

So wieder hergestellt, kann man die Orgel regelmäßig in Gottesdiensten und gelegentlichen Konzerten hören. Sie bereichert die Gottesdienste mit ihrer Klangvielfalt, trägt den Gemeindegesang und erfreut die Zuhörer mit mal weichen Tönen und mal brausender Fülle.

Text: Stephanie Freienstein